Male „Weg durch hohes Gras“ selbst
Fünf Schritte von der leeren Leinwand bis zum fertigen Bild. Bei jedem Schritt siehst du, wie weit du kommen sollst, welchen Pinsel du brauchst und wo du anfängst. Zieh die Linie über das Bild, um den Schritt mit dem Original zu vergleichen.
„Weg durch hohes Gras“ ist eine Sommerlandschaft von Pierre-Auguste Renoir aus der Zeit um 1876, den hellsten Jahren des Impressionismus. Diese Anleitung zur Ölmalerei ist für Anfänger und für alle, die verstehen möchten, wie Renoir Gras malte, ohne einen einzigen deutlichen Halm: ein heller Grund, ein paar große Flächen und viele schnelle, gebrochene Striche. Du brauchst eine Leinwand, neun Farben und fünf Pinsel.
etwa 45 Minuten
Skizze von „Weg durch hohes Gras“ auf hellem Grund
Hier ist der Grund hell, nicht dunkel. Die Impressionisten malten auf hellen Leinwänden, damit die Farbe wie Luft leuchtet. Bedecke die Leinwand sehr dünn mit Weiß und einem Hauch Neapelgelb, stark verdünnt, und lass sie trocknen.
Zeichne mit Bleistift ein Raster: 6 Quadrate in der Breite und fast 5 in der Höhe. Auf einer Leinwand von 50 × 40 cm ist jedes Quadrat 8,3 cm groß. Übertrage nur die großen Linien: wo der Hügel endet und der Himmel beginnt, den Weg, der wie ein S von oben zum unteren Rand herabkommt, die Baumgruppen links und rechts und den Zaun am rechten Rand.
- Die Frau mit dem Sonnenschirm und das Kind sind klein. Deute sie mit zwei, drei Linien und einem kleinen Kreis für den Schirm an.
- Zeichne nichts ins Gras. Dort gibt es nur Flecken, und die kommen mit der Farbe.
Achte darauf, wo du den Weg setzt. Er führt das Auge vom Vordergrund zu den zwei Menschen oben auf dem Hügel. Sitzt er an der richtigen Stelle, „funktioniert“ das Bild schon, bevor es Farbe hat.
etwa 45 Minuten
Hell und Dunkel im Bild
Mische Ultramarin mit etwas gebrannter Siena und viel Verdünner. So entsteht ein dunkles Graublau, mit dem du die vier Tonwerte malst, die du im Bild siehst. Am dunkelsten sind die Bäume oben links, die Schatten darunter und der Zaun rechts. Am hellsten sind der Himmel, der Weg und die hellen Grasflecken in der Mitte.
Arbeite mit einem Flachpinsel Nr. 16 und dünner Farbe. Die hellen Stellen malst du nicht. Lass den hellen Grund durchscheinen.
Kneif die Augen zusammen und schau auf das Original. Das Gras ist nicht mehr „tausend Halme“, sondern ein paar große helle und dunkle Flecken. Genau die malst du jetzt.
etwa 1½ Stunden
Die großen Farbflächen: Himmel, Bäume, Hügel
Beginne mit dem Himmel: Weiß mit etwas Ultramarin und einem Hauch Ocker. Dann die dunklen Bäume mit Viridian, Ultramarin und etwas gebrannter Siena. Danach den Hügel: in der oberen Hälfte ein warmes Gelbgrün, zum unteren Rand hin ein kühleres Blaugrün. Decke alles mit einem Flachpinsel Nr. 16 ab und kümmere dich nicht um die Formen.
- In jede Fläche kommt nur eine Farbe. Keine Übergänge, keine Details.
- Hier gibt es kein Schwarz und fast kein Braun. Die Schatten in dieser Landschaft sind blau und grün, nicht grau.
Vergleiche deine Leinwand mit dem Bild. Wenn der Himmel am hellsten, die Bäume am dunkelsten und der Hügel dazwischen ist, sind alle schwierigen Entscheidungen getroffen.
2–3 Stunden
Das Gras, die Schatten und die zwei Figuren
Jetzt kommt das Gras. Lade einen Katzenzungenpinsel Nr. 8 und male kurze, schnelle Striche in verschiedene Richtungen, so wie sich das Gras im Wind wiegt. In den hellen Stellen mische Kadmiumgelb, Weiß und einen Hauch Viridian, in den Schatten Viridian mit Ultramarin. Setze die Striche nebeneinander und verwische sie nicht.
Die Schatten unter den Bäumen sind blauviolett: Ultramarin, ein Hauch Krapplack und Weiß. Dann malst du mit einem Rundpinsel Nr. 4 die Figuren. Das Kleid der Frau ist dunkelblau, das Kind ein kleiner dunkler Fleck mit weißem Hut.
- Die Farbe ist jetzt dicker und hat mehr Öl. Die Regel lautet: fett auf mager, nie umgekehrt.
- Der Weg ist hell, aber nicht weiß. Gib etwas Rosa und Gelb hinein.
etwa 1 Stunde
Die Mohnblumen und Renoirs letzte Striche
Jetzt erscheint die Farbe, an die sich alle erinnern. Nimm reines Kadmiumrot hell mit einem Rundpinsel Nr. 4 und setze die Mohnblumen als kleine feurige Punkte. Die meisten sind links, in der Mitte des Vordergrunds. Jeder Punkt ist ein Strich. Male sie nicht als Blumen, sondern als Funken.
- Der Sonnenschirm: Rot mit einem Hauch Krapplack, ein, zwei runde Striche.
- Die weißen Blumen im Gras: ein paar Punkte fast reinen Weißes mit einem Rundpinsel Nr. 2.
- Der Zaun rechts: ein paar senkrechte dunkle Striche, ohne sie mit dem Lineal zu begradigen.
- Zum Schluss ein paar der hellsten Striche entlang des Weges und auf das helle Gras.
Hör auf, bevor du den Drang verspürst, das Gras „fertig“ zu malen. Renoir malt keine Halme, sondern Bewegung und Licht. Je weniger du korrigierst, desto lebendiger bleibt es.
What you need
Leinwand — 50 × 40 cm, grundiert
Pinsel — Flachpinsel Nr. 16 und Nr. 10, Katzenzunge Nr. 8, Rundpinsel Nr. 4 und Nr. 2
Verdünner — geruchlos
Öl — Leinöl
Palette und Lappen — Baumwolle
Zeit — etwa 6–7 Stunden, in 2–3 Sitzungen
Paints
Titanweiß — reichlich
Kadmiumgelb hell
Neapelgelb
Lichter Ocker — wenig
Viridian
Ultramarin
Kadmiumrot hell — für die Mohnblumen
Krapplack — wenig
Gebrannte Siena — wenig
The painting's colours
#A9B2B4#8D9BA0#263A47#3E5759#637B76#838C61#B0AB94#4F5A71#C8503A